Aufsteigendes Dreieck: Steigender Druck gegen festen Deckel
Beim aufsteigenden Dreieck läuft der Kurs immer wieder gegen dieselbe obere Marke, während die Rücksetzer von Mal zu Mal kleiner ausfallen. Im Chart entsteht die Form eines Dreiecks. Dahinter steht wachsender Kaufdruck: Bricht der Deckel, geht es oft zügig nach oben.
Wie oft hat das Muster „Aufsteigendes Dreieck" historisch funktioniert?
In der historischen Rückrechnung von chartval über 274 Werte erreichte das Muster „Aufsteigendes Dreieck" in 52 % von 7.069 Fällen zuerst das 5-Prozent-Ziel in Signalrichtung, bevor eine 5-Prozent-Gegenbewegung eintrat (ausgewertet seit 07/2019, Datenstand 08.07.2026). Historische Werte sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen.
Methodik: Auswertung ausschließlich auf abgeschlossenen Tageskerzen, strikt vorwärts ab dem Erkennungszeitpunkt (kein Look-ahead), maximal 120 Kerzen je Fall; Marktregime regelbasiert über Trendstärke (ADX) und gleitende Durchschnitte. Trefferquote allein ist keine Handelsstrategie — Kosten, Ausführung und Risikostreuung sind nicht berücksichtigt.
Wie das Muster entsteht
Am Widerstand liegt ein größerer Verkäufer oder eine markante Marke, an der immer wieder abgegeben wird. Gleichzeitig sind Käufer bereit, bei Rücksetzern immer früher zuzugreifen, jedes Tief liegt höher als das vorherige. Der Spielraum zwischen beiden Seiten wird enger, die Spannung steigt. Löst sie sich nach oben, treffen Anschlusskäufe auf einen Markt, dessen Verkaufsmauer gerade gefallen ist.
Woran du es erkennst
- Mindestens zwei Hochs auf annähernd gleichem Niveau (flacher Widerstand).
- Mindestens zwei klar steigende Tiefs darunter.
- Auslöser: der Schlusskurs über der Widerstandslinie.
Ein Beispiel zum Mitdenken
Eine Aktie scheitert dreimal bei 25 Euro, doch die Rücksetzer enden immer höher: erst bei 21, dann 22,50, dann 23,80. Der Spielraum wird enger, der Kaufdruck sichtbar größer. Beim vierten Anlauf schließt die Aktie bei 25,60 über dem Deckel. Die Dreieckshöhe an der breitesten Stelle (4 Euro) ergibt ein Orientierungsziel um 29. Die Logik des Einstiegs hängt an zwei Marken: Über 25 gilt der Ausbruch, unter dem letzten höheren Tief bei 23,80 ist die Struktur gebrochen. Alles dazwischen ist Warten, so unbequem das ist.
Worauf erfahrene Trader achten
Die steigenden Tiefs müssen intakt bleiben. Bricht der Kurs unter das letzte höhere Tief, ist die Struktur beschädigt. Beim Ausbruch selbst gilt Volumen als Qualitätsmerkmal. Als rechnerisches Ziel wird oft die Höhe des Dreiecks an der breitesten Stelle nach oben projiziert.
Stärken und Grenzen
Das Muster hat eine klare innere Logik und einen objektiven Auslöser. Aber Dreiecke können auch nach unten aufgelöst werden. Die bullische Statistik ist eine Tendenz, kein Versprechen. Je öfter der Widerstand getestet wurde und je enger das Dreieck zuläuft, desto aussagekräftiger der Bruch.
Typische Fehler
Der typische Fehler ist der Einstieg innerhalb des Dreiecks, in der Hoffnung auf den Ausbruch. Solange der Widerstand hält, kann sich das Muster auch nach unten auflösen. Der Auslöser ist der Bruch, nicht die Erwartung.
Zweiter Punkt: beschädigte Strukturen weiterhandeln. Bricht der Kurs unter das letzte höhere Tief, ist die Logik des Musters (zunehmend aggressivere Käufer) widerlegt. Und drittens werden sehr späte Ausbrüche nahe der Dreiecksspitze überschätzt: Die Spannung hat sich dann oft schon abgebaut, die folgenden Bewegungen fallen kleiner aus.
So findet chartval das Muster
chartval vermisst Widerstand und steigende Tiefs geometrisch und meldet das Dreieck beim frischen Bruch der oberen Linie, mit Auslöse-Marke, Ziel und Invalidierung.
Der Widerstand hält, aber die Käufer rücken jedes Mal näher heran.
Häufige Fragen
Bricht ein aufsteigendes Dreieck immer nach oben aus?
Nein. Die steigenden Tiefs sprechen für die Käuferseite, aber Auflösungen nach unten kommen vor. Deshalb zählt der bestätigte Bruch der Widerstandslinie, nicht die Form allein.
Was ist der Unterschied zum symmetrischen Dreieck?
Beim symmetrischen Dreieck fallen die Hochs und steigen die Tiefs gleichzeitig, die Richtung ist offen. Das aufsteigende Dreieck hat einen flachen Deckel und gilt wegen der steigenden Tiefs als bullisch geprägt.
Wie bestimmt man das Kursziel?
Üblich ist, die Höhe des Dreiecks an seiner breitesten Stelle vom Ausbruchspunkt nach oben zu projizieren. Wie bei allen Mustern ist das eine Orientierung, keine Zusage.
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